Letztens war ich abends ganz spontan und mutig.
Eher zufällig ( gibt es Zufälle ?!) hatte ich auf einer Website einer Kirchengemeinde hier in der Nähe gesehen, dass es dort einen Blockflötenkreis gäbe.
Start in einer guten Stunde...
Also wurde (ausnahmsweise) nicht lang gegrübelt, sondern meine Flöten geschnappt, einmal tief ausgeatmet- und ab zum Treffpunkt.
Als ich zur Tür herein schaute und mich vorstellte, nebenst Anfrage, ob ich reinschnuppern dürfe, hatte ich das Gefühl, die Damen (allesamt 40 und aufwärts) würden jeden Moment aufspringen und Freudentänze machen darüber, dass endlich, endlich, endlich jemand Neues dazu stoßen würde. Eine der Damen gab sich als Leiterin zu erkennen und während ich fragte, in welcher Stimmlage man mich denn gebrauchen könne, rutschte eine der Damen mit der Bemerkung:
"Ach, Sie können gleich mehrere Stimmen?? Das ist ja wunderbar !! Kommen Se gern zu mir !" zur Seite- und so wurde ich für die nachfolgenden 1,5 Stunden Altblockflötistin.
Es war zu spüren, dass die Leiterin vom Fach war.
Fast schon peinlichst genau wurden die Instrumente mit unterschiedlichsten Übungen aufeinander eingestimmt.
Da ich wusste, dass auch die eigene Atemintensivität, mit der man in sein Instrument bläst, Einfluss auf dessen Tonklarheit hat, fiel es mir manchmal ganz schön schwer, ruhig zu atmen und meine Anspannung hinter mir zu lassen.
Irgendwann dann folgten Übungsstücke unterschiedlicher Genre und Schwierigkeitsgrade. Da merkte ich schon, wie ungewohnt es war, in der Altebene zu spielen- zuvor war ich zumeist im Sopran eingesetzt gewesen. Immer wieder war ich versucht, in die erste Zeile zu springen.
Was mich auch sehr irritierte war die Raumaufteilung.
Zwar saßen wir schon in den jeweiligen Grüppchen zusammen, jedoch nicht etwa mit Standnotenständern- sondern welchen auf Tischen, die O-förmig angeordnet waren und ich mir teilweise fast vorkam wie in einer Konferenz- die Akkustik jedoch litt darunter sehr; der Raum schluckte sehr viel an Tonumfängen, so dass ich beim Zusammenspiel teilweise mehr als genau hinhören musste, wo die anderen Stimmen gerade spielen.
Zum Ende hin bedankte ich mich, dass ich dabei sein durfte und sprach ein Lob an die Leitung aus: dass man ihre Fachlichkeit spüren würde.
Leider sagte sie nicht viel- sie lächelte nur etwas scheu, kam zu mir und sagte, dass sie diese Fachlichkeit leider nicht umsonst an uns weitergeben könne. Sie sammle wöchentlich einen bestimmten Betrag von den Teilnehmern ein. Wenn dies für mich keine Probleme machen würde...und schwups entschwand sie. Genau wie alle anderen, bis auf zwei, mit denen ich smalltalkartig noch kurz plauschte.
Ob ich dort nochmal hin fahren werde, weiß ich noch nicht so genau.
Zum einen musste ich offen gesagt über den Entgelt-Betrag, den die Leiterin haben möchte, schon schlucken und empfinde ihn für knapp 1 bis 1,5 Std Gruppenarbeit sehr hoch.
Zum anderen empfand ich es als sehr schade, dass die Leitung mich hinterher nicht noch in Ruhe zur Seite genommen hat, um sich z.B. nach meiner Instrument-Erfahrung zu erkundigen oder sich überhaupt zu erkundigen, ob es mir gefallen habe. Fernab von sämtlicher musikalischer Professionalität- rein menschlich gesehen eine auf mich etwas desinteressiert wirkende Geste.
Zum dritten würde ich- streng genommen- mit dieser Gruppe für mich persönlich längerfristig mit meiner augenblicklichen Flötenpraxis nicht viel weiter kommen- und auch die Altersklasse der Damen ist nicht wirklich die, mit der ich versuche, in Kontakt zu kommen.
Nun ja, aber trotzdem eine interessante Erfahrung.

Mal sehn, wann die beiden wieder einmal so richtig zum Einsatz kommen. Hoffentlich bald !!!
Foto: © lady of romance, 22.11.2008
ladyofromance - 22. November, 19:18